Dienstag, 24. Juli 2007
Ausstieg rechts
Gestern als ich mich, nach einem wirklich anstrengenden Wochenende, auf dem Heimweg in einem Zug befand, hab ich es gelesen "Ausstieg rechts". Diese beiden Woerter prangerten nicht etwa an einem Plakat, oder gar einem glatzkoepfigen Mitbuerger, sondern sollten den Fahrgaesten nur nahebringen, dass es eine eher schlechte Idee ist bei der naechsten Haltestelle auf der linken Seite aus dem Zug zu huepfen. Somit war daran auch nichts verwerfliches, trotzdem ging mir, als ich das las, so einiges durch meine noch ziemlich verrauchte Ruebe.
Was kann "Ausstieg rechts" bedeuten, ist es der Ausstieg aus dem rechten Sumpf oder vielmehr das Gegenteil und damit mehr ein "rechtes" Auffangbecken fuer verzweifelte oder auch gescheiterte Menschen. Auch wenn mir bei der ganzen Sache die erste Theorie lieber gewesen waere musste ich bis jetzt in meinem Leben immer wieder feststellen, dass letzteres der ganzen Sache doch besser beikommt. Zu meinem Bedauern bin ich Teil einer Generation in der sich weite Teile entweder der Scheissegal-Riege angeschlossen haben oder sich, oft aus Unwissenheit oder falscher Ueberzeugung, den Randgruppen anschliessen. Nichts desto trotz gibt es immer noch viele Leute die absolut klar im Kopf sind, aber irgendwie schrumpft die Anzahl der Menschen die lieber selber denken als es anderen zu ueberlassen. Gruende dafuer gibt es mit Sicherheit so viele, dass man hier den ganzen Webspace vollsabbeln koennte, muss ja aber nicht sein. Ich moechte mich in dem Zusammenhang lieber auf die politischen Auswirkungen der ganzen Sache konzentrieren, die sind naemlich eher bescheiden. Schaut man sich die zwei genannten Gruppen an, also die Scheissegal Leute sowie die Randgruppen, resultiert das dummerweise darin, dass die besagte Leck-mich-am-Arsch Fraktion bei politischen Wahlen, welcher Bedeutung auch immer, ihren Arsch nicht hochkriegen. Folge daraus ist eine geringere Wahlbeteiligung jugendlicher bis 25. Die Wahlbeteiligung in besagter Altersgruppe ist zwar nicht drastisch geringer als die der gesamten BRD aber dann eben doch geringer, was in Anbetracht der Tatsache, dass jugendliche tendentiell noch um einiges laenger in dieser Gesellschaft leben, schon erschreckend ist. Schlimmer ist jedoch der Effekt unserer Randgruppenfreunde. Parteien wie die Linke oder insbesondere rechts "angehauchte" wie die NPD oder die DVU, haben die Situation schon seit laengerem erkannt und ausgenutzt, indem sie sich die Jugend schnappen und ihnen irgendeinen Duennschiss erzaehlen, von wegen eigentlich sei ja der Auslaender nebenan daran schuld, dass sie als, aufrechter deutscher, keinen Job finden. Gut ist ja auch einfacher so eine Ausrede zu haben anstatt sich mal hinzusetzen und was fuer seine Zukunft zu unternehmen. Bloederweise fruchtet so ein vorgehen bei einigen Leuten und die glauben den Mist dann auch noch. Hier haben die grossen Parteien in Deustchland ueber Jahre hinweg einfach geschlafen und jetzt gibt's die Quittung. Wichtig ist jetzt dagegen was zu unternehmen bevor es zu spaet ist. Loesungsansaetze gibt es viele, jedoch muss ersteinmal damit begonnen werden sich mit der Jugend auseinanderzusetzen um sie zu verstehen, der Rest ergibt sich, die meissten Menschen wollen naemlich von Natur aus Aufmerksamkeit und es ist wirklich an der Zeit diese auch zu geben.

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