Montag, 30. Juli 2007
Suizid und Gleichgueltigkeit
freemind, 00:21h
Vorhin hab ich mal wieder, bei einer meiner viele Zugfahrten, was erlebt. Es kam durch die Lautsprecher im Zug eine Durchsage von der Zugbegleiterin, dass sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzoegere, da sich scheinbar auf den Gleisen jemand das Leben nehmen will. Der Originalton war dabei etwa so "Ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit. Unsere Weiterfahr wird sich auf unbestimmte Zeit verzoegern, da sich auf den Gleisen jemand Suizidgefaehrdetes aufhaelt.". Da muss ich sagen, ist mir die Kinnlade erstmal ein Stock tiefer gerutscht. Ich hab mich dann doch gewundert, dass alle Leute um mich rum doch ziemlich egoistisch reagiert haben. Inhalt der Statements war im allgemeinen, wieso das den jetzt hier sein muesse, dass sich da jetzt einer umbringt, wieso macht der das nicht woanders. Zugegeben, frueher hab ich das auch mal gesagt, aber jetzt als ich da mal drueber nachgedacht habe fand ich das doch relativ Geschmacklos und vor allem gleichgueltig. Im Endeffekt ist es so, dass sich da jemand das Leben nehmen will, was, aus welchen Gruenden auch immer, eine verdammt schlimme Sache ist. Und das einzige was sich da viele dabei denken ist, wieso denn jetzt? und vorallem wieso hier? Aber mal was zum Suizid am allgemeinen, dass finde ich die feigste und zudem noch egoistischste Aktion die ich kenne. Anstatt sich mit seiner eigenen Situation auseinanderzusetzen nimmt man einfach den einfachsten Ausweg und macht schluss. Da muss mit Sicherheit einiges passieren, bis jemand sich zu sowas entscheidet, ich denke aber da kann einem gar nicht genug passieren, sowas ist einfach feige, egal was war. Zudem ist es auch richtig egoistisch, ich meine der Betroffene ist fertig, ausgestiegen, hat Schluss gemacht. Aber was ist mit seinen Verwandten, mit seinen Freunden? Die muessen damit leben sind wahrscheinlich am Boden, fragen sich ob sie was machen gekonnt haetten. Da kriegen Leute psychisch richtig einen mit und das finde ich einfach nicht fair. Letztendlich mag man sich selbst vielleicht toedlich verletzen aber andere muessen deswegen ein Leben lang mit einer tiefen Narbe rumlaufen. So denke ich ueber das Thema, bestimmt sehen das viele komplett anders, ist mir aber egal, ich seh das eben so. Nun aber genug davon. Nachdem der Zug dann kurz angehalten hat, ging es auch schon wieder weiter, alles in allem sind wir vielleicht 5 Minuten gestanden. Als es dann wieder weiter ging, hab ich aus meinem Umkreis nur noch ein kurzes "und jetzt isser Tod oder was?" gehoert, das war's. Also mich persoenlich haette es dann schon noch interessiert was da jetzt passiert ist. Aber wie ich das so gehoert habe, war ich da, zumindest in meinem Abteil, der einzige.
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